Türchen 16, 2025
Der etwas anderer Adventskalender
Von Tamara Ströter
Am Samstagmorgen, dem 1. Dezember, stürmten Julia und Leon wie zwei kleine Wirbelwinde in die Küche. Es duftete nach frischen Brötchen, und ihre Eltern Markus und Ina saßen bereits am Frühstückstisch. Doch die Kinder beachteten sie nicht. sie liefen direkt zum Sideboard. Dort war
Nichts,
kein Adventskalender, nicht ein einziges Säckchen.
Julia starrte fassungslos. Leon schaute enttäuscht zum Frühstückstisch. Die Eltern hatten den Adventskalender im Stress der letzten Wochen wirklich vergessen. Ina hatte ihren Job verloren und war mit Bewerbungen beschäftigt. Markus hatte Überstunden gemacht um das fehlende Geld etwas auszugleichen.
Leon hatte einen Geistesblitz und fragte: “Alexa, hast Du einen Adventskalender?“ Alexa: „Na klar. Frage mich einfach Wie lange ist es noch bis Weihnachten?“ Julia direkt: „Wie lange ist es noch bis Weihnachten?“ Alexa: „Noch 23 Tage. Heute hast Du die einmalige Gelegenheit mit dem Weihnachtsmann zu telefonieren. Sag jetzt: Ruf den Weihnachtsmann an.“ Das ließen sich die beiden nicht entgehen und riefen im Chor: „Ruf den Weihnachtsmann an.“ Nach einem Freizeichen hörte die Familie die Stimme von Toni, dem Assistenten vom Weihnachtsmann, denn der Weihnachtsmann war mit wichtigeren Dingen beschäftigt. Toni fragte nach ihren Weihnachtswunsch. Die beiden waren sich einig und sprachen in die Box: „Wir wünschen uns…, dass Mama und Papa mehr Zeit für uns haben.“
Die Eltern schauten sich schuldbewusst über ihre Kaffeetassen an und versprachen sich etwas zu überlegen während sie die Kinder in die Arme schlossen. Erklärten aber dass der Adventskalender weniger üppig wie in den Vorjahren ausfallen würde.
Als die Kinder am Abend im Bett lagen, machten sich Ina und Markus ans Werk. Sie wollten dem Wunsch der beiden entsprechen und füllten nur 24 Säckchen mit kleinen Zetteln. Es gab keine Geschenke und Süßigkeiten sondern Zeit. Mal für gemeinsame Unternehmungen wie ein Picknick im Wohnzimmer, einen Filmabend, gemeinsames Plätzchen backen. Es gab aber auch exklusive Zeit für die beiden wie zum Beispiel einen Vater Sohn Tag und einen Mutter Tochter Tag.
Am nächsten Morgen hingen die 24 Säckchen am gewohnten Platz. Julia und Leon waren erst irritiert das es nur 24 Säckchen gab. Doch als sie das erste Säckchen geöffnet hatten wussten sie warum es nur einen Kalender brauchte und waren begeistert. Sie freuten sich schon auf ihren heutigen Ausflug in den Wald, vor allem da es in der Nacht geschneit hatte. Doch kaum hatten sie gefrühstückt, stand Leon schon wieder vor Alexa. Mit ernster Miene sprach er die neue Formel:
„Alexa, wie lange ist es noch bis Weihnachten?“
„Noch 22 Tage“, antwortete Alexa. „Möchtest du ein Rätsel?“
Natürlich wollten sie. Alexa: „Ich übergebe an Klößchen von TKKG. Was wird beim Trocknen nass? – Ein Handtuch“
Und so begann ein tägliches Ritual, das schnell zum Lieblingsmoment wurde. In der folgenden Zeit wurden die Säckchen geöffnet, Rituale gepflegt, Rätsel gelöst. Mal wurde gebastelt, mal gekuschelt, mal gestritten, dann wieder vertragen. Die Zeit bis Weihnachten flog nur so dahin. Eines Morgens betraten Julia und Leon ganz leise die Küche und blieben kichernd stehen. Dort standen ihre Eltern vor der Alexa. Markus flüsterte gerade: „Alexa, wie lange ist es noch bis Weihnachten?“ Julia verschränkte die Arme.
„Na sowas!“ rief sie gespielt streng: „Ihr mogelt ja!“ Ina fuhr erschrocken herum. Markus wurde rot wie die Kerzen am Adventskranz. Leon grinste: „Erwischt! Sogar die Eltern können es nicht abwarten!“
Alle lachten, und das Gelächter erfüllte die Küche wie Weihnachtsmusik.
Am Heiligabend, als die vier zusammensaßen und auf den Tannenbaum blickten, sagte Julia plötzlich leise: „Ich glaube, das war der beste Advent, den wir jemals hatten.“ Leon nickte feierlich:
„Und das alles nur wegen dem vergessenen Adventskalender.“ Die Eltern zogen die Kinder in ihre Arme und stimmten den beiden fröhlich zu.
Geschenkideen von BLAutor
Drei Anthologien hat unser Arbeitskreis bis jetzt gemeinsam verfasst, und an zwei weiteren haben mehrere unserer Mitglieder mitgewirkt. diese sollten in keinem Bücherregal fehlen.
- Blind Verliebt
ist die neueste im September 2024 erschienene Anthologie des Schreibzirkels BLAutor.
31 AutorInnen mit Sehbeeinträchtigung beleuchten das Thema auf ganz unterschiedliche Weise. Lassen Sie sich in eine Welt der besonderen Art entführen. - Abenteuerliche Anekdoten blind erlebt
ist der Titel unserer zweiten Anthologie, die im Oktober 2023 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook auf dem Buchmarkt erschienen ist.
Dank einer Buch-Patenschaft, die eines unserer Mitglieder übernommen hat, ist auch diese Anthologie mittlerweile aufgelesen worden und somit in den Hörbüchereien für blinde Menschen ausleihbar. - „Farbenfrohe Dunkelheit“
ist der Titel unserer mittlerweile zwei mal preisgekrönten ersten BLAutor-Anthologie, die 2022 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook erschienen ist und als Hörbuch produziert wurde und bei den Hörbüchereien für blinde Menschen ausgeliehen werden kann. - Anthologie Weihnachtszauber, 39 einfach schöne Weihnachtsgeschichten
Es muss ja nicht gleich ein komplett eigenes Buch sein. In einer Anthologie finden sich stets mehrere Autor:innen mit ihren Geschichten zu einem Thema zusammen, um dann gemeinsam ein Buch zu füllen.
Der Pashaas-Verlag rief zur Teilnahme an dieser Weihnachts-Anthologie auf. Fünf unserer Mitglieder schafften es, ihre Geschichten dort zu veröffentlichen. - Weihnachtsmodus an, mit Autor:innen des Arbeitskreises und anderen
Und hier ist die fünfte Anthologie, die der Pashaas-Verlag mit 20 Autor:innen, fünf aus unserem Arbeitskreis, herausgegeben hat.
Es ist eine Weihnachtsanthologie der besonderen Art.
Ein Blick lohnt auch immer auf die Liste unserer Neuerscheinungen, wo die neuesten Werke unserer Mitglieder erscheinen.
Neue Bücher von BLAutor-Mitgliedern
Nähere Informationen über die jeweils mitwirkenden Author:innen erfahren Sie unter
Vitae und Werke.
Der Blindnerd-Adventskalender
Unser blindes Mitglied Gerhard ist blinder Hobbyastronom und das einzige blinde Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. Seit acht Jahren führt er den Blog Blindnerd.de.
In diesem Jahr fällt sein Adventskalender zwar etwas sparsamer aus, aber ein Blick in seine Weihnachtspost lohnt sich in jedem Fall.
Der Blautor-Adventskalender und der Blindnerd-Adventskalender sind überkreuz verlinkt, so dass man von jedem aus zu den jeweiligen Türchen des anderen springen kann.
Mit
diesem Link gelangen Sie und ihr auf diesen etwas außergewöhnlichen Weihnachtskalender.
Türchen 16 2024
Weihnachtsgeschichte
Verfasst von Tamara Ströter
Die folgenden Wörter waren in diesem Jahr die Schreibthemen bei BLAutor. Ganz im Sinne unseres internen Schreibwettbewerbes habe ich die Themen als Wörter in meine Geschichte eingebaut.
(wenn ich einmal reich wäre, weniger ist mehr, stürmische Zeiten, Leidenschaft auf der Buchmesse, Stromausfall, Zufall)
Freundschaft
Bei Angie standen wieder stürmische Zeiten an. Als Besitzerin einer kleinen Buchhandlung war die Vorweihnachtszeit die Arbeitsreichste Zeit des Jahres. Die ihr aber immer viel Freude bereitete. Dort gab es einer Leseecke, in der Kaffee und Tee angeboten wurde. Da konnten die Kunden im Weihnachtstrubel eine kleine Auszeit genießen. Sie liebte es die Menschen dabei zu beobachten wie ihre Gesichter sich beim lesen entspannten und alles um sich herum vergaßen. Jetzt nach Ladenschluss, am ersten Adventsamstag saß sie selber noch in der Leseecke und verschlang die neue Anthologie „Blind verliebt“ ein Buch welches von blinden und Sehbehinderten Autoren geschrieben wurde. Beim Inne halten musste sie schmunzeln als Sie an ihre leidenschaftliche Begegnung auf der Frankfurter Buchmesse dachte. Dort ist sie einem blinden Autor begegnet, sie wollte ihm eigentlich nur helfen seinen Weg zu finden. Es stellte sich dabei heraus, dass sie den gleichen Büchergeschmack teilten und tranken gemeinsam einen Kaffee. So ergab es sich das sie den Rest des Tages die Buchmesse gemeinsam erkundeten. Als sie abends mit in seinem Hotelzimmer gelandet war, spielte seine Blindheit keine Rolle mehr. Sie waren übereingekommen das es bei diesem Abenteuer bleiben sollte und jeder ging am nächsten Tag seines Weges. Kopfschüttelnd über sich selber holte sie die Box mit den „zu verschenken Büchern“ in den Laden bevor sie abschloss und nach Hause ging. Auf dem Weg geriet sie ins Träumen. Wenn ich einmal reich wäre würde ich allen Menschen Bücher schenken. Sie fand lesen so wichtig um sich weiter zu bilden oder eine tolle Möglichkeit in andere Welten abzutauchen. Die Möglichkeit sollte jeder haben unabhängig von seinem Geldbeutel. Sie unterstützte auch die Aktion der Bücherfreunde ihrer statt und spendete immer wieder Bücher für den öffentlichen Bücherschrank. In Gedanken vertieft stieß sie mit einer Passantin zusammen. Angie half der Frau natürlich beim Aufsammeln der herab gefallenen Taschen und Tüten.
„Das sieht so aus als hätten sie heute schon alle Weihnachtseinkäufe erledigt.“ Scherzte sie.
Die Frau begegnete „schön wäre es. Das ist erst der Anfang.“
„Oh haben Sie eine so große Familie?“
„Nein eigentlich nicht, nur die Eltern und 2 Kinder.“
„Die werden sich wohl über so viele Geschenke freuen.
“ „Na ja, wenn ich so darüber nachdenke, bin ich mir gar nicht so sicher. Nach der ersten Euphorie verschwinden die Sachen bald in irgendeiner Ecke.“
Angie antwortete nachdenklich: “Das ist schade wo sie sich soviel mühe geben. Ich halte mich an das Motto „weniger ist mehr“ und schenke meinen Lieben jedem ein Erlebnis und suche ein passendes Buch dazu aus. An Weihnachten erinnern wir uns gerne an die vergangenen Erlebnisse zurück.“
Die Fremde schaute auf ihre vollen Taschen und meinte: „Die Idee gefällt mir. Vielleicht versuche ich das in diesem Jahr auch mal.“ Sie verabschiedeten sich und wünschten einander ein fröhliches Weihnachtsfest. Am dritten Adventssamstag war das Weihnachtsgeschäft in vollem Gange als es plötzlich einen Stromausfall gab. Angie hatte zum Glück Kerzen im Laden die sie mit Hilfe einiger Kunden aufstellte und dank ihrer Antik anmutenden Registrierkasse. die keinen Strom brauchte, konnte das Weihnachtsgeschäft weiterlaufen. Plötzlich stand die Dame mit der sie zusammen gestoßen war mit einem Stapel Bücher an ihrer Kasse. „Oh was ein Zufall“ sagten sie gleichzeitig und lachten sich an. „Was ist mit ihrem Strom?“ fragte sie Angie. Die zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung ich hatte noch keine Zeit nach zu sehen.“ „Ich bin Elektrikerin, soll ich mal nachschauen?“ „Oh das wäre super.“ Noch ein glücklicher Zufall dachte Angie und zeigte der Frau, die sich als Reni vorstellte, ihren Sicherungskasten. Es war tatsächlich nur eine Sicherung rausgesprungen und Angie war peinlich berührt das sie nicht selber als erstes dort nachgeschaut hatte. Im Laden verbreitete sich ein raunen als das Licht wieder an ging. Überraschenderweise waren die Kunden der Meinung das es mit Kerzenlicht eigentlich gemütlicher war. „Selbst beim Licht ist manchmal weniger mehr.“ Resümierten Angie und Reni, deren Freundschaft an diesem Samstag ihren Anfang fand.
Der Blindnerd-Adventskalender
Unser blindes Mitglied Gerhard ist blinder Hobbyastronom und das einzige blinde Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. Seit sieben Jahren führt er den Blog Blindnerd.de. In diesem Jahr widmet sich sein Adventskalender ganz den Wundern des Kosmos.
Der Blautor-Adventskalender und der Blindnerd-Adventskalender sind überkreuz verlinkt, so dass man von jedem aus zu den jeweiligen Türchen des anderen springen kann.
Mit
diesem Link gelangen Sie und ihr auf diesen etwas außergewöhnlichen Weihnachtskalender.
Geschenkideen von BLAutor
Drei Anthologien hat unser Arbeitskreis bis jetzt gemeinsam verfasst, und an zwei weiteren haben mehrere unserer Mitglieder mitgewirkt. diese sollten in keinem Bücherregal fehlen.
- Blind Verliebt
ist die neueste im September 2024 erschienene Anthologie des Schreibzirkels BLAutor.
31 AutorInnen mit Sehbeeinträchtigung beleuchten das Thema auf ganz unterschiedliche Weise. Lassen Sie sich in eine Welt der besonderen Art entführen. - Abenteuerliche Anekdoten blind erlebt
ist der Titel unserer zweiten Anthologie, die im Oktober 2023 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook auf dem Buchmarkt erschienen ist.
Dank einer Buch-Patenschaft, die eines unserer Mitglieder übernommen hat, ist auch diese Anthologie mittlerweile aufgelesen worden und somit in den Hörbüchereien für blinde Menschen ausleihbar. - „Farbenfrohe Dunkelheit“
ist der Titel unserer mittlerweile zwei mal preisgekrönten ersten BLAutor-Anthologie, die 2022 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook erschienen ist und als Hörbuch produziert wurde und bei den Hörbüchereien für blinde Menschen ausgeliehen werden kann. - Anthologie Weihnachtszauber, 39 einfach schöne Weihnachtsgeschichten
Es muss ja nicht gleich ein komplett eigenes Buch sein. In einer Anthologie finden sich stets mehrere Autor:innen mit ihren Geschichten zu einem Thema zusammen, um dann gemeinsam ein Buch zu füllen.
Der Pashaas-Verlag rief zur Teilnahme an dieser Weihnachts-Anthologie auf. Fünf unserer Mitglieder schafften es, ihre Geschichten dort zu veröffentlichen. - Weihnachtsmodus an, mit Autor:innen des Arbeitskreises und anderen
Und hier ist die fünfte Anthologie, die der Pashaas-Verlag mit 20 Autor:innen, fünf aus unserem Arbeitskreis, herausgegeben hat.
Es ist eine Weihnachtsanthologie der besonderen Art.
Nähere Informationen über die jeweils mitwirkenden Autor:innen erfahren Sie unter
Vitae und Werke.
16.12.24, Eine wahre Weihnachtsgeschichte 1982
von Eveline Schindler
Drei kleine Kinder hüpfen, spielen, nörgeln, lachen, schlafen und rennen im Haus umher. Neues Leben ist angekommen. Das Älteste ist gerade mal 4-jährig, dann folgen hintereinander zwei. Alle wie vom Himmel gepurzelt. Wir Eltern sind ganz schön am Anschlag. Die Katze auch. Sie muss immer wieder rasch in den Stall raus, ab ins Heu und Ruhe genießen. Abends lugt sie um die Ecke, sucht ihr Schüsselchen und mümmelt rasch alles in sich hinein. Nur bei der Abendgeschichte kommt sie und setzt sich dazu, schnurrt vor sich her. Wenn die Kerze ausgepustet ist, schlendert das Katzentier lässig in eine Ecke am Ofen und kringelt sich ein. Alle Kinderlein werden gewaschen, gepudert, gewickelt und liebevoll ins Bettlein gebracht. Ein schöner Tag ist zu Ende gegangen, der Gemüsegarten ruht, ist umgegraben, Feldsalat ausgesät. Die Bienen sind im Winterkasten. Advent ist gekommen!
Im Weihnachtsgottesdienst saß die ganze Familie mit geduldigen Kindern auf harten Bänken und die Lieder brachten eine willkommene Abwechslung. Plärrendes Kindergenörgel verschwand im Orgelgedröhn und alle Großen entspannten sich. Dann wurde gesammelt. Brot für die Welt. Klar, es stand fest, dass gespendet wird. Der Familienvater griff in seine Manteltasche und zeigte der Mutter heimlich auf Höhe der Kirchenbank 50 Deutsche Mark. Mutter erschrak. Aber sie blinzelten einander zu und verstanden sich. Vater meinte leise ins Ohr tuschelnd: “Wir verzichten auf die Weihnachtsgans.“ Ja, wir verzichten auf die Weihnachtsgans.
Auf dem Heimweg tat sich Mutter immer noch schwer mit den 50 Mark. Aber nun war es so auch recht. Dann kam später die Bescherung. Alle waren freudig erregt und das Paket der Großeltern an die ganze Familie war dann besonders spannend. Was da wohl drin war? Mutter durfte aufmachen und auspacken. An einem der Pakete hing ein Briefumschlag mit Weihnachtswünschen und darin mit einem Klebestern fest gemacht, fanden sich 50 Deutsche Mark! Sie waren wieder da! Die Eltern schauten sich schmunzelnd an und freuten sich. Am ersten Weihnachtstag konnten die Eltern zu zweit zum Gottesdienst, die drei Kinderlein wurden von der angereisten Tante gehütet. Sie kochte und hantierte so lang in der Küche, die Kleinen spielten im Nebenzimmer. Am Ende des Gottesdienstes wurde wieder gesammelt. Der Sack ging durch die Reihen und Vater griff wieder in seine Manteltasche. Er zog ohne eine Miene zu verziehen 50 Deutsche Mark heraus und legte sie in den Sack. Was sollte Mutter da noch sagen? Als sie nach Hause kamen, war das Festessen fertig und alle aßen mit Vergnügen und wurden satt. Was ein Glück, dass die Kinder nicht hungern mussten.
Nach ein paar Tagen reiste die Tante wieder ab. Es war schön gewesen. Sie wird wieder kommen. Ganz bestimmt. Vater brachte sie zum Bahnhof und der Alltag zog wieder ein. Als am nächsten Tag der nächste Einkauf nötig war, griff Mutter ganz nebenbei in ihre Manteltasche und spürte etwas knistern. Sie zog das unbekannte Ding heraus und hielt in ihrer Hand 50 Deutsche Mark! Die gute Tante hatte sie listig dort vor ihrer Abreise hinein geschmuggelt.
So schön war das Weihnachtsfest gewesen.
Geschenktipp
Zwei Bücher hat unser Arbeitskreis gemeinsam verfasst. diese sollten unter keinem Weihnachtsbaum fehlen.
- Abenteuerliche Anekdoten blind erlebt ist der Titel unserer neuen Anthologie, die im Oktober 2023 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook auf dem Buchmarkt erschienen ist.
- „Farbenfrohe Dunkelheit“
ist der Titel unserer mittlerweile zwei mal preisgekrönten ersten BLAutor-Anthologie, die 2022 im Edition Paashaas Verlag als Taschenbuch und iBook erschienen ist und als Hörbuch produziert wurde und bei den Hörbüchereien für blinde Menschen ausgeliehen werden kann.
Auch auf diesem Weg bietet BLAutor seinen Mitgliedern die Möglichkeit, ein eigenes Werk auf dem Buchmarkt zu präsentieren.
Mit dem Kauf dieser beiden Anekdoten unterstützen sie die Arbeit unseres Arbeitskreises.
Und nun kommt noch ein Hinweis auf einen Adventskalender der besonderen Art:
Der Blindnerd-Adventskalender
Unser blindes Mitglied Gerhard ist blinder Hobbyastronom und das einzige blinde Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. Seit sieben Jahren führt er den Blog Blindnerd.de. In diesem Jahr widmet sich sein Adventskalender Frauen aus wissenschaft und Astronomie, denn Frauen sind in diesen Arbeitsfeldern bis heute unterrepräsentiert.
Der Blautor-Adventskalender und der Blindnerd-Adventskalender sind überkreuz verlinkt, so dass man von jedem aus zu den jeweiligen Türchen des anderen springen kann.
Mit
diesem Link gelangen Sie und ihr auf diesen etwas außergewöhnlichen Weihnachtskalender.
