Die Lehrerin schreibt ihre Notizen ins Klassenbuch ein, dann stellt sie freundlich wie
immer die Frage: "Nun, Kinder, wie habt ihr geschlafen?"
"Gut, gut", hört sie die Antwort von hier und dort.
"Es freut mich. Ihr seid also ausgeruht und werdet euch bestimmt richtig an den
Stoff, den wir zuletzt gelernt haben, erinnern."
"Ja, ja."
"Klara, sag mir bitte, was war das Thema der letzten Grammatikstunde?"
"Die richtige Wortfolge im Aussagesatz."
"Danke. Peter, nenne mir bitte die Regel."
"Subjekt, Prädikat, Objekt."
"Richtig. Welche Möglichkeit gibt es noch, Ilona?"
"Den Satz darf man auch mit Umstandswörtern wie Zeit, Ort usw. beginnen, aber das
Prädikat muß immer auf der zweiten Stelle stehen, dann kommt das Subjekt, ihm folgt das
Objekt. Beispiel: In der Küche kocht meine Mutter das Mittagessen."
"Sehr schön hast du es erklärt. Damit haben wir also die mündliche Aufgabe
wiederholt. Ihr habt aber auch eine schriftliche Hausaufgabe. Wer möchte sie vorlesen?
Edith, bitte."
Das Substantivieren
Eine kleine Gruppe unserer Schulklasse hat das Planen einer Weiterbildung bewußt
gepflegt. Das Überlegen ging in die Richtung, wie man durch das Lernen und Üben der
grammatischen Regeln das gründliche Kennenlernen der Sprache erreichen kann. Aus diesem
Grund wurde das Realisieren eines Zusammenkommens mit anderen Interessierten in einem
staatlich unterstützen Objekt vorgenommen. Dabei war das Ziel, das Entfalten der
sprachlichen Schönheit durch das Sensibilisieren der Zuhörer zum Genießen des Stils zu
bringen. Mit Singen, Tanzen, Musizieren sollte dann das Treffen zu Ende gehen. Auf diese
Art und Weise wollte unsere Gruppe ihr Können und ihre Fähigkeiten zum Präsentieren
vorstellen. Es ging leider nicht, denn das Vorhaben platzte, bevor das Kämpfen und Ringen
für das Anerkennen anfing. Das Verschieben dieses Planens entmutigt uns nicht, denn wir
verzichten nicht auf das Mitmachen und Gestalten der Gesellschaft. Das gemeinsame
Bestimmen unserer Pläne hilft uns weiter. Nicht wahr?
"Danke", sagt die Lehrerin. "Nun, Kinder, was ist euere Meinung über diesen Stil?"
(c) Sara Rietz / Pirna
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