Der neue Tag löst sich zaghaft
aus den dunklen Armen der Nacht
und sammelt flink immer mehr Licht,
bevor er die Welt froh anlacht.
Er begrüßt mich beim Erwachen,
schenkt mir Kraft für eine Weile
und Hoffnung, daß alles gut läuft,
bis ich zu den Pflichten eile.
Seine Jugend ist sehr schnell fort.
Er wird mit mir zusammen alt.
Müde sinkt die Sonne nieder,
es wird wieder dunkel und kalt.
Bevor er sich verabschiedet
und in das Meer der Zeit versinkt,
möcht' ich alles gleich erfahren,
was er brachte und uns noch bringt.
Rede hielt der Befehlshaber,
wusch sich in Unschuld die Hände
und ließ den Krieg weitertoben...
so geht das Leid nie zu Ende.
Kinder weinten heute bitter,
verletzt sind sie, die Eltern tot,
viele Menschen haben Hunger,
sie betteln um Hilfe und Brot.
Das war der Tag. Nun geht er fort,
nimmt die Ruh mit, nicht die Sorgen.
Hartnäckig meidet mich der Schlaf,
auch ich fühl mich nicht geborgen.
Das war heut ein Tag im Leben,
der nicht nur für mich trüb ausklingt.
Ob irgendwann auch der Tag kommt,
der für uns alle Frieden bringt?
(c) Sara Rietz / Pirna
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