Luise saß auf dem Sofa, ihr Mann Ralf rechts von ihr auf dem Sessel.
In ihr arbeitete es, die Zornesfalte auf der Stirn war blau angelaufen.
Von Treue hälst du nicht viel, tönte es
in den Raum. Ralf fühlte sich nicht wohl in seiner Haut.
Für wen ist das Armband? Hast du schon viele
verschenkt?, fragte Luise und ihre Stimme steigerte sich.
Nein, stotterte Ralf, Das sollte für dich sein. Wer sollte es denn
sonst bekommen? entgegnete er. Bist du so ein Esel,
dass du glaubst ich nehme dir das ab?, donnerte Luises Stimme und sie machte
blitzschnell eine Handbewegung.
Au, bist du verrückt? Du hast meinen Kopf
getroffen. Seine Hand griff an die Stelle. An den Fingern waren weiße nasse Punkte.
An der Apfelsine war Schimmel
dran, entrüstete sich Ralf. Das ist mir egal. Du bist vorgestern mit Ursel
gesehen worden.Das war harmlos. Wir sprachen über das Projekt der
Abteilung, entgegnete er. Du kannst mir viel erzählen; Mmm, Ursel
eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Gestern war es Sybille,
heute Thea. Was hast du jetzt zu sagen?, ereiferte sich Luise.
Ralf ergriff den letzten Strohhalm, um zu kontern:
Ach, beobachtest du mich jetzt auch noch? Du mit deiner ewigen Eifersucht. Wie
würdest du dich fühlen, wenn ich dir nachspionieren würde? Wie steht es mit deinem
Vertrauen zu mir?
Schatzi, hast du jetzt bessere Laune? Ist der
Frust vorbei?
Küss mich!, säuselte sie. Man könnte denken, es ist ernst.
Du hast recht, wir werden immer besser, hauchte er in dem Kuss versinkend.
(c) Karin Ziegler / Wuppertal
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