Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein klappriger Esel noch keine Urlaubsstimmung,
dachte Silke seufzend, als sie zur Wiese hinüberblickte und dann hoch zum Himmel. Zu
Thomas gewand sagte sie: Alles wirkt hier so trostlos. Ich bin auf den Wohnwagen
gespannt." Mit eiligen Schritten stürmten Sie zum Anmeldebüro des Campingplatzes.
Der Himmel verhieß nichts gutes. Im kleinen Holzhäuschen roch es muffig und ein wenig
nach Schimmel. Thomas zog die Nase kraus. ER flüsterte: Hmm, lüften oder heizen. Kann
man beides machen."
Sie grinsten. Die Frau an der Empfangstheke schien äußerst schlechte Laune zu haben. Sie
war sehr wortkarg. Ihr Blick war versteinert. Nach den Formalitäten suchten Sie ihren
gemieteten Wohnwagen auf. "Na, dann schauen wir mal." Thomas schloss die Tür
auf und trat ein. "Sieht von innen genauso klein aus wie von draußen. Unsere großen
Rucksäcke lassen wir besser im Auto. murmelte Silke. Thomas blickte sich um und
rief erfreut: "Und auf dem Tisch steht ein Obstkorb mit Äpfeln, Bananen und einer
Apfelsine. Das ist aber eine nette Geste." Als sie sich häuslich eingerichtet hatten
und abends beim Essen saßen, prasselte der Regen laut auf das Dach.
Silke zuckte plötzlich zusammen. Was war das? Ein dicker Wassertropfen war soeben auf
ihren Kopf geklatscht. Erschrocken blickte sie nach oben und setzte sich dann ein Stück
nach links. Bah, wie ekelig! entfuhr es ihr. Das müssen wir Morgen
unbedingt der Pächterin melden. Die soll das reparieren lassen. Ich brauche keine
Schocktherapie, sondern will mich hier entspannen. Ihr Schlaf war in dieser Nacht
eher leidlich, denn die Bässe einer Stereoanlage ließen beide nicht zur Ruhe kommen. Am
nächsten Morgen wollte Silke warm duschen. Die Frau hatte ihnen ein Armband mitgegeben,
an dem ein elektronischer Chip für die Benutzung der Duschen befestigt war. Ohne diesen
Chip hätte sie Kleingeld mitnehmen müssen. Nach zehn Minuten kam sie zurück. Die Haare
klebten ihr auf dem Kopf und im Gesicht, denn es regnete schon wieder oder vielleicht noch
immer.
"Der Chip funktioniert nicht. Haben wir denn einige 50-Cent-Stücke für die
Dusche?" zischte sie jetzt gereizt. Tomas blickte in seine Geldbörse und erwiderte:
"Ne, Fehlanzeige." Silke stand nun wie verloren mitten im Wohnwagen schaute
traurig nach draußen und flüsterte: "Bisher war eine warme Dusche immer mein
letzter Strohhalm.
Selbst den habe ich nicht. Wenn jetzt auch noch die Kaffeemaschine kaputt ist und der Herd
nicht heiß wird, will ich endgültignach Hause. Ich kann nicht verstehen, wieso dein
Bruder diesem Campingplatz seit 15 Jahren die Treue hält."
(c) Irmgard Korf / Köln
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