Deine Rinde ist glatt
oder rau und rissig
aber zuverlässig, warm,
und meine Hand scheint Deinen Puls zu fühlen.
Du wächst aus der Erde ins Licht,
breitest schützend die Zweige.
Deine Blätter sind von feinen Adern durchzogen.
Sie wispern und flüstern, fächeln Kühle
oder rauschen wie der Regen, wie das Meer.
Wenn Deine Blätter sich färben,
verschenkst Du sie in flammend gelber
und glutroter Pracht.
Manchmal stöhnst Du, schwer vom vielen Holz.
Du biegst Dich im Sturm,
stehst dunkel, still und feucht glänzend
in Nebel und Schnee,
während grünes Moos Dich vor Nordwind schützt.
Und trägst Du das Kleid aus silbernem Raureif
weißt Du, wie schön Du dann bist?
Doch im Frühling, wenn Deine Knospen treiben,
grüne Blattspitzen schüchtern blinzeln,
meine ich, Du möchtest tanzen -
der Sonne entgegen.
(c) Doris Lalas / Eichenzell
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