Trümmer, demontierte Betriebe, ein Chaos in Landwirtschaft und Industrie waren nach dem
Krieg in der sowjetischen Besatzungszone und der daraus entstandenen DDR der Ausgangspunkt
für den Wiederaufbau. Ohne Hilfe und Unterstützung durch die USA kam die Wirtschaft bei
uns langsam wieder in Gang. Das Leben wurde allmählich leichter und besser. Die Menschen
in der DDR hatten wahre Wunder vollbracht.
Eine neue Gesellschaftsordnung, eine bessere, sozialistische sollte die überlebte kapitalistische ablösen. Dafür setzten wir alle Kraft ein. So wurde es in der Schule gelehrt, stand es in den Zeitungen. Die DDR eilte von einem Erfolg zum anderen. Die kapitalistischen Staaten wurden von Krisen geschüttelt, das Wunderland DDR blieb verschont. Bis zum Herbst 1989. Da wollte das Volk keine Wunder mehr, sondern die D-Mark und freie Marktwirtschaft.
Das Volk setzte seinen Willen durch und nimmt auch in Kauf, dass beim Spiel
der freien Kräfte 1 bis 3 Millionen arbeitslos werden. Aber, Prof. Dr. Biedenkopf,
CDU-Politiker und Wissenschaftler der Bundesrepublik, fand in einem Interview für das
Neue Deutschland
( 9./10 Juni 1990 ) tröstende Worte: Ich sage Ihnen voraus, dass wir in drei Jahren
keine nennenswerte Arbeitslosigkeit mehr in der DDR haben werden. Eher wird es zu einem
Arbeitskräftemangel kommen.
Das lässt mich hoffen, denn seine Regierung löste das Problem in der BRD nicht. Dort gibt es seit Jahren 7 bis 10 % Arbeitslose. Aber hier in der DDR werden Arbeitskräfte fehlen, obwohl wie das bundesdeutsche Wirtschaftssystem übernehmen. Die DDR bleibt ein Wunderland.
(c) Dieter Rietz / Pirna
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