Ein heimtückisches Leiden fesselt Max seit einem Jahr fast ständig ans Bett. Der
Hausarzt ist ratlos und sagt lakonisch: Sie sind ein Pflegefall. Drei-,
viermal in der Woche kümmern sich abwechselnd Tochter und Schwiegertochter um den
Kranken. Doch ihre Zeit ist knapp bemessen. Sie können nur die Wohnung sauber halten, die
Wäsche besorgen, Einkäufe tätigen und einmal wöchentlich die 7-Tage-Verpflegung des
Essen auf Rädern in Empfang nehmen. Wenn der alte Herr nicht die Kraft
aufbringen kann, sein Mittagsmahl in der Mikrowelle zu erhitzen, erledigen sie auch das
für ihn. Gern würde Max seinen Kindern regelmäßig Geld zukommen lassen, jedoch ist
seine Rente karg. Anträge auf Sozialhilfe wurden abgelehnt, weil der Rentenzahlbetrag
geringfügig über der zulässigen Bemessungsgrenze liegt.
Seit einiger Zeit ist Max hoffnungsvoll, denn nun gibt es Pflegegeld. Die Formulare ließ er ausfüllen und wartet nun auf den Bescheid. Nachts träumt er, dass er in Geld schwimmen wird.. Da vernimmt er eine geheimnisvolle Stimme: Mache dir keine übertriebenen Hoffnungen. Die sind knauserig, wenn sie zahlen sollen. Selbst wenn du mit dem Kopf unter dem Arm erscheinst, fragen sie dich, ob es deiner sei.
Stimmt das? murmelt Max ängstlich, bekommt aber keine Antwort.
(c) Dieter Rietz / Pirna
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