Manfred saß mit seiner Familie gemütlich beim Abendbrot. Zu seiner Freude hatte seine
Frau von Ungarn, ihrem Heimatland, frische, rote Peperoni und hellgelben Gemüsepaprika
mitgebracht. Von einer Schote schnitt Manfred sich ein paar Stücke ab. Sie waren
fleischig und saftig. Gierig biss er davon ab. Überrascht stellte Manfred fest, dass der
Gemüsepaprika scharf war wie Peperoni. Wasser trat ihm in die Augen. Er wollte sich
Linderung verschaffen, eilte wortlos in die Küche und nahm einen kräftigen Schluck
eiskalten Palinka, ein Obst-Brandy mit 50 Vol.-%. Aber nun war ihm, als ob er Flammen
verschluckt hätte. Ungewollt rannen ihm Tränen über die Wangen. Mit der Hand wischte
Manfred sie ab und nun brannten auch die Augen. Er schnappte nach Luft und schnitt
Grimassen. Das Gelächter seiner Familie musste er über sich ergehen lassen. Seine Frau
erklärte dann, dass Gemüsepaprika scharf werden könne, wenn auf dem Nachbarfeld
Peperoni wachse und beide Arten gleichzeitig blühen. Statt Palinka hätte er trockenes
Brot nehmen sollen. Warum sagte sie es ihm nicht vorher? Aber, konnte sie ahnen, wie
Manfred das Feuer löschen wollte?
(c) Dieter Rietz / Pirna
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