Die Bundestagsabgeordneten beschlossen mit überwältigender Mehrheit eine rückwirkende
Anhebung ihrer Gehälter und steuerfreien Kostenpauschale um einen läppischen Betrag.
Bescheiden, wie sie sind, sollen sich die Gehälter um nur 2,35 % und die Kostenpauschale
um 3,69 % erhöhen und das bei dem gewaltigen Arbeitspensum, welches die Parlamentarier zu
leisten haben. Es wird sogar behauptet, sie würden täglich 25,5 Stunden arbeiten. Den
Gewerkschaften dagegen erscheinen 40 Arbeitsstunden je Woche für die Arbeitnehmer schon
zuviel und fordern jedes Jahr Lohnerhöhungen von 5 und mehr Prozent. Das ist
unverschämt. Und viele Rentner meckern auch. Ich nicht. Meine Erwerbsunfähigkeitsrente,
die ich nach 38 Arbeitsjahren erhalte, erhöhte sich gegenüber dem 30.Juni 1992 um satte
15,70% oder anders gesagt um 200 DM monatlich. Ich bekomme zwar nur den elften Teil von
dem, was ein Bundestagsabgeordneter jetzt erhält, aber ich kriege es für das Nichtstun
und kann in der Zeitung lesen von Sparappellen an die Arbeitnehmer, von unbedeutenden
Nebensächlichkeiten wie Mieterhöhungen, Anhebung der Zuzahlungen bei Medikamenten und
ähnlichem, was die Abgeordneten absegneten. Und die genehmigen sich monatlich nur 451 DM
mehr. Warum diese Bescheidenheit?
(c) Dieter Rietz / Pirna
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