Wenn es die UNO für notwendig erachtet, setzt sie Blauhelm-Verbände ein, um
Streithähne voneinander zu isolieren, wie gegenwärtig in Jugoslawien, oder
sie befürwortet das militärische Eingreifen aktiver Kämpfer, um einen Aggressor, wie
Saddam Hussein in die Schranken zu weisen. Das sind begrüßenswerte Aktionen. Aber
Deutschland muss dabei immer noch tatenlos zusehen. Es durfte für den Golfkrieg nur einen
Teil der finanziellen Kosten tragen. Mehr nicht. Wie lange noch? Das Grundgesetz muss
schleunigst geändert werden, damit auch deutsche Truppen endlich kämpfen können.
Deutschland hat ein Recht darauf.
Nachdem in den Jahren 1914 bis 1918 der Kampf der Deutschen um einen Platz an der Sonne fehlgeschlagen war, erkämpften sie sich Schritt für Schritt ihre Rechte zurück. So beschlossen sie 1928 trotz des Versailler Vertrages den Bau von Panzerkreuzern, marschierte 1936 die Wehrmacht ins entmilitarisierte linksrheinische Gebiet ein, wurde im März 1938 der Wunsch der Österreicher auf Anschluss an Deutschland erfüllt, im Oktober des gleichen Jahres wurden die Sudetendeutschen heim ins Reich geholt und im März 1939 der Rest der Tschechoslowakei unter deutsche Verwaltung gestellt. Deutschland hatte immer recht. Deshalb ließ es das Volk ohne Raum ab dem 1. September 1939 seine Soldaten in Europa ausschwärmen.
Dummerweise beurteilten die Alliierten die Situation ganz anders und beschnitten 1945 die Rechte der Deutschen ganz gewaltig. Aber zum Glück änderten sich die Zeiten. Deshalb will und muss Deutschland das Recht haben, ein Wörtchen mitzureden, wenn es um Wohl und Wehe anderer Völker geht. Deshalb braucht Deutschland im Ausland aktiv kämpfende Soldaten, und in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft wird Deutschland der Welt zeigen, wo es lang geht. Der Anfang ist gemacht. Auf Vorwegweisern in Pirna stehen ganz groß deutsche Bezeichnungen für tschechische Städte und in Klammern gesetzt dahinter wesentlich kleiner geschrieben, Decin und Usti n. L.
Aber warum muss ich an Brechts Gedicht denken?
Das große Karthago führte drei Kriege.
Nach dem ersten war es noch mächtig,
nach dem zweiten noch bewohnbar,
nach dem dritten nicht mehr auffindbar.
(c) Dieter Rietz / Pirna
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